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Der Zweck des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur im Bereich  des Musiktheaters und des Konzertes in Deutschland. Zielsetzung ist die Veranstaltung von Konferenzen zum Informationsaustausch über die aktuellen Arbeitsbedingungen von Dirigenten und Dirigentinnen im deutschsprachigen Raum, Veranstaltung von Symposien zur Situation von Theatern und Orchestern im deutschsprachigen Raum. Wichtig ist uns die Vernetzung der künstlerischen Aktivitäten der Mitglieder und somit eine stärkere Möglichkeit der Einflussnahme auf kulturpolitische Institutionen zur Förderung von Oper und Konzert. Außerdem streben wir Kooperationen mit bestehenden kulturellen und berufsständischen Vereinigungen an und sehen uns als Interessenvertretung der GMD’s und ChefdirigentInnen. Die GMD Konferenz ist Mitglied des Deutschen Musikrates.

Ein Zwischenruf

GMD- und Chefdirigent*innenkonferenz

Bordell ja, Bohème nein?

GMD Konferenz fordert erkennbare Plausibilität der Entscheidungen von PoliBk und Behörden

Ein Zwischenruf

Die GMD- und Chefdirigent*innenkonferenz übt Kritik an der fehlenden Plausibilität der Entscheidungen zu Publikumszugang und Arbeitsbedingungen im kulturellen Bereich. Insbesondere ist die Diskrepanz zwischen den geltenden Standards in Wirtschaft und Kultur nicht tragbar. Weiter betrachten wir mit großer Sorge die sich derzeit verschlechternden Vertragsstandards und die fehlende Solidarität gegenüber den freischaffenden Kulturtreibenden, deren Existenznot das gesamte Kultursystem der Bundesrepublik gefährdet.

Ein täglicher Schlag ins Gesicht aller Kulturschaffenden ist der Blick in die Corona Verordnungslage und deren Umsetzung: Volle Flüge und Züge ja, Friseurbesuche ohne Abstand ja, volle Strände ja, am Ende gar Wiederaufnahme des Bordellbetriebs, volle Theater und Konzertsäle auf und vor der Bühne nein. Trotz umfangreicher Sicherheitskonzepte wird weitgehend eine wirtschatlich sinnvolle Saalbelegung verweigert, wie sie in unseren Nachbarländern bereits jetzt praktiziert wird.

Die Kultur leidet oft unter der Bürokratie, in der Wirtschaft bestimmt dagegen häufig die jeweilige Lobby. Eine weitere große Gefahr für das Musikleben ist die wirtschaftlich katastrophale Situation der freischaffenden Künstler*innen, denen unbürokratische Hilfen angekündigt wurden. Zwar haben sich viele Hilfsprogramme als sinnvoll und effektiv herausgestellt, doch greifen nach wie vor viele Kriterien dieser Programme nicht, so dass immer noch viel zu viele Soloselbständige auf die Beantragung und den Bezug von Hartz4 angewiesen sind und selbst damit vor den Scherben ihrer Existenz stehen. Auch hier gilt wie bei der Lufthansa: Staatsrettung ist besser als Insolvenz!

Erschreckend auch die Entwicklung, der Vertragsgestaltung für Freischaffende Künstler*innen: neu eingeführte Coronaklauseln, neue Zahlungsausschlüsse aus Gründen, die eindeutig Betriebsrisiko der Theater sind und allzu häufig die Totalverweigerung von Ausfallgagen. Nicht die vielbeschworene Solidarität regiert, sondern manche nutzen die Krise, um Vertragsbedingungen für Gastkünstler (Musiker*innen, Sänger*innen, Regisseur*innen, Dirigent*innen etc.) zu verschlechtern. In diesem Zusammenhang sind natürlich auch und gerade die Träger der Kulturinstitutionen in der Pflicht. Wir regen daher die Einrichtung eines runden Tisches an, um faire Vertragsstrukturen zu entwickeln.

Absurd auch der Zwang vieler Theater und Orchester, lieber aus haushalterischen Gründen Kurzarbeit zu beantragen als zu spielen. Hier die klare Aufforderung: Das Spielen muss das Primat haben – die Regelung des Kurzarbeitergelds muss der Kunst folgen, nicht umgekehrt!

Jeder Tag, an dem wir jetzt und in der Zukunft nicht zu hören, sehen und erleben sind, würde all denen in die Hände spielen, die Kunst für entbehrlich halten!

Die Relevanz der Kultur sowohl ideell (eines der weltweit beachteten, geschätzten und beneideten Alleinstellungsmerkmale Deutschlands, wie die Nominierung der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft für die immaterielle Welterbeliste der UNESCO zeigt) als auch ökonomisch (1,2 Millionen BeschäOigte / 100 Milliarden Umsatz als drittgrößter Wirtschaftszweig und die hinlänglich belegte Umwegrentabilität der Kultur) liegt auf der Hand.

Unsere Forderung ist: Lassen wir nichts unversucht, dass dieses Virus und der Umgang damit nicht ein System zerstört, das über Jahrhunderte gewachsen ist, weltweit ausstrahlt und Grundlage unseres humanistischen Weltbildes und unserer bewunderten Ausbildungskultur ist.

Gerade für die kommenden Monate und Jahre wird es wichBg sein, nicht nach dem Motto zu handeln: Ist das eine freiwillige Leistung? Dann kann´s weg!

Ein Rettungsschirm für die dichteste Theater- und Orchesterlandschaft der Welt muss zwingend Kultur als Staatsziel für Bund, Länder und Gemeinden festschreiben, denn die gesamte GesellschaO profitiert davon. Bewahren wir diesen Reichtum, bevor er leichtfertig verspielt wird!

GMD und Chefdirigent*innenkonferenz
Dresden, der 30.06.2020

Offener Brief

der Generalmusikdirektoren- und Chefdirigentenkonferenz e.V. zur aktuellen Situation der Opernhäuser und der Orchester in der Corona-Krise.

Sehr geehrte Frau Staatsministerin für Kultur und Medien Professor Monika Grütters,

sehr geehrte Ministerpräsident*innen,
sehr geehrte Vorsitzende des Kulturausschusses des Bundestages!

Die GMD- und Chefdirigentenkonferenz e.V. fordert klare Vorgaben für eine schrittweise Wiederaufnahme des Opern- und Konzertbetriebes in Übereinstimmung mit den derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen und den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts.

Nicht nur Baumärkte, Möbelhäuser und die Fussball-Bundesliga haben eine klare Perspektive und klare Regeln für einen Neuanfang verdient.

Wir sind uns der Risiken eines zeitigen Starts sehr bewusst – glauben jedoch, dass bei weiterer Ausdehnung der Schließungen ohne zeitliche Perspektive einer Lockerung der Spiel- und Probeverbote, das deutsche Musikleben und die weltweit einzigartige Stadttheaterlandschaft einen irreparablen Schaden nehmen wird.

Dieses einmalige Netzwerk aus öffentlich getragenen Musikinstitutionen und freiberuflichen oder privat organisierten Musiker*innen ist nicht nur ein wirtschaftlich bedeutender Zweig der Kreativwirtschaft, sondern auch ein unverzichtbares Kulturgut der bundesdeutschen Gesellschaft und somit systemrelevant. In diesem Zusammenhang unterstützen wir mit Nachdruck die Forderung der freischaffenden Musiker nach angemessener Hilfe.

In der jetzigen Situation sehen wir auch das Bemühen seit 2018 der Bundesrepublik Deutschland um die Aufnahme unserer Orchester- und Theaterlandschaft in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO als gefährdet.

Die weltweite Beeinträchtigung des Lebens und die Beschädigung der Kunst- und Kulturszene ruft uns dazu auf, mit Fantasie, Kreativität und Energie den Menschen gerade in diesen schwierigen Zeiten kulturelle Angebote in Oper und Konzert zu machen. Es versteht sich von selbst, dass dies verantwortungsvoll und sensibel im Einklang mit dem Schutz der Gesundheit der Musiker*innen, Sänger*innen und unseres Publikums geschieht. Wir befinden uns dazu im Gespräch mit der Arbeitsgruppe Gesundheit der Deutschen Orchestervereinigung (DOV).

Wahrscheinlich ist an reguläre Opernaufführungen und Konzerte, wie wir Sie gewohnt sind, noch länger nicht zu denken. Aber es gibt sicher eine Vielzahl alternativer Möglichkeiten für Live-Aufführungen selbst unter Corona-Bedingungen, wie konzertante Opernaufführungen – Open Air – oder Formen in speziellen Regie-Konzepten, die die notwendigen Abstandsregeln einhalten. Klein besetzte Werke, zum Beispiel aus dem Barock und der Klassik, stellen einen riesigen Fundus dar, bei denen Streicher*innen und Dirigent*innen mit Mundschutz arbeiten könnten, ein kleiner Chor und wenige Bläser auf der Bühne im notwendigen Abstand, eventuell mit Plexiglas–Wänden geschützt, agieren können. Für das Publikum kann man Regeln adaptieren, wie sie jetzt schon in anderen Lebensbereichen gelten und funktionieren.

Aber für solche und ähnliche Lösungsansätze braucht es jetzt dringend klare und belastbare Rahmenbedingungen und Vorgaben seitens der Politik bzw. der Gesundheitsämter. Die GMDs und Chefdirigent*innen und ihre Orchester stehen bereit sich einzubringen, um in engem Austausch mit Bühnenverein und der DOV auch neue kreative, überraschende und spannende Formate für unser Publikum, das uns vermisst, zu finden. Schon jetzt gibt es aus den Orchestern heraus unzählige Initiativen sichtbar zu bleiben, zu helfen und die Lebensnotwendigkeit zu Musizieren nach außen zu tragen und zu erhalten.

Wir sind der festen Überzeugung, dass unsere analoge Kunst, gerade in diesen Zeiten und in der wachsenden digitalen Welt einen steigenden Wert besitzt und ein wichtiger Bestandteil des Menschseins darstellt!

Mit freundlichen Grüßen,
der Vorstand der GMD- und Chefdirigentenkonferenz e.V.

Ein Zwischenruf


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Ein Zwischenruf –
Bordell ja, Bohème nein?

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Pressemitteilung zu Covid-19


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Pressemitteilung
des Deutschen Musikrates.

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Vorstand

Vorsitzender:
Prof. Marcus Bosch

Stellvertretende Vorsitzende:
Will Humburg
Mihkel Kütson
Marc Niemann
Eckehard Stier

Ehrenmitglieder

Prof. Dr. Peter Gülke
Prof. Dr. Hartmut Haenchen

Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft wurde 2014 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.


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