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GMD- und Chefdirigent*innenkonferenz e.V.

Der Zweck des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur im Bereich  des Musiktheaters und des Konzertes in Deutschland. Zielsetzung ist die Veranstaltung von Konferenzen zum Informationsaustausch über die aktuellen Arbeitsbedingungen von Dirigenten und Dirigentinnen im deutschsprachigen Raum, Veranstaltung von Symposien zur Situation von Theatern und Orchestern im deutschsprachigen Raum. Wichtig ist uns die Vernetzung der künstlerischen Aktivitäten der Mitglieder und somit eine stärkere Möglichkeit der Einflussnahme auf kulturpolitische Institutionen zur Förderung von Oper und Konzert. Außerdem streben wir Kooperationen mit bestehenden kulturellen und berufsständischen Vereinigungen an und sehen uns als Interessenvertretung der GMD’s und Chefdirigent*innen. Die GMD- und Chefdirigent*innenkonferenz e.V. ist Mitglied des Deutschen Musikrates.

Offener Brief

an die Bundeskanzlerin

Sehr geehrte Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel,
sehr geehrte Kulturstaatsministerin Frau Prof. h.c. Grütters,
sehr geehrte Ministerpräsident*innen,

Zum zweiten Mal in diesem Jahr erfährt die kulturelle Landschaft in Deutschland eine abrupte Stummschaltung. Anders als im März diesen Jahres sind Theater- und Konzertsäle nun aber erwiesenermaßen sicherer als die meisten Einrichtungen der landesweiten Infrastruktur und hervorragend für die hygienischen Anforderungen der Corona-Pandemie gerüstet. Trotzdem wird der Bereich der Kultur wiederum direkt abgeschaltet. Solange aber unsere Kinder und Enkel in überfüllten Schulbussen, Bahnen und schlecht belüfteten Klassenzimmern sitzen und gleichzeitig milliardenschwer subventionierte Inlandsflüge stattfinden, fällt es uns mehr als schwer, an die Wirksamkeit der Maßnahmen zu glauben. Vielmehr drängt sich uns der bittere Eindruck auf, dass der Stellenwert der Kultur trotz Ihrer Lippenbekenntnisse der vergangenen Monate so gering ist, dass der erste Lösungsansatz gegen steigende Infektionszahlen scheint: „Ist das Kunst? Dann kann das doch weg!“

Wir, die von Ihnen als Freizeiteinrichtungen betrachtet werden, sind uns unserer Verantwortung für unser Publikum und die Musiker*innen, aber auch der gesamten Gesellschaft gegenüber, bewußt. Die geforderte Solidarität ist aber nur dann für alle leistbar, wenn nicht gleichzeitig Teile unserer Gesellschaft ihrer Lebensgrundlage beraubt werden. Gerade in der Kultur stehen nun zahllose Soloselbstständige, Freiberufler und in Mischformen Beschäftigte zum wiederholten Male unverschuldet vor dem Aus. Und das, obwohl viele Monate Zeit war, sich für diese Bevölkerungsgruppen adäquate Lösungen zu finden.

Das uns von Ihnen nun neuerlich auferlegte Schweigen der Kultur ist für viele Menschen auch ein stückweit Verlust ihrer Identität. Geld alleine wird dieses Loch nicht zuschütten.

Wir fordern von der Politik im weiteren Verlauf der Pandemie evidenzbasierte Entscheidungen für den Kultursektor. Wir fordern, im November die Musikschulen bundeseinheitlich offen zu lassen und sie in dieser Hinsicht den Schulen gleichzustellen. Hier könnte die Politik beweisen, wie wichtig ihr kulturelle Bildung in unserer Gesellschaft wirklich ist. Wir fordern Ausfallhonorare in Höhe von 75 Prozent der verhandelten Gage beziehungsweise des Jahresmonatsdurchschnittslohns für die freiberuflich Tätigen.

Lassen Sie uns gemeinsam an Lösungen arbeiten. Lösungen, die Menschen schützen und die Kulturnation Deutschland erhalten.

Der Ton macht die Musik – davon verstehen wir etwas!

GMD- und Chefdirigent*innenkonferenz e.V.

Gemeinsame Presseerklärung

Deutscher Bühnenverein, Deutsche Orchestervereinigung, Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger, Deutsche Konzerthauskonferenz und GMD- und Chefdirigent*innenkonferenz e.V.

Theater und Konzertsäle optimal auslasten
Der Deutsche Bühnenverein – Bundesverband der Theater und Orchester, die Deutsche Orchestervereinigung – Verband und Gewerkschaft der Orchestermitglieder, die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBA) sowie die Deutsche Konzerthauskonferenz und die GMD- und Chefdirigent*innenkonferenz e.V. fordern von Bund und Ländern mehr Augenmaß bei der Zulassung von Publikum in geschlossenen Räumen unter COVID-19- Bedingungen. Sorgfältig erarbeitete Hygienekonzepte in den Häusern lassen häufig mehr Publikum zu, als es die starren Sitzplatzbeschränkungen vielerorts vorschreiben.

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Ein Zwischenruf

der GMD- und Chefdirigent*innenkonferenz e.V.

Bordell ja, Bohème nein? GMD Konferenz fordert erkennbare Plausibilität der Entscheidungen von PoliBk und Behörden
Die GMD- und Chefdirigent*innenkonferenz e.V. übt Kritik an der fehlenden Plausibilität der Entscheidungen zu Publikumszugang und Arbeitsbedingungen im kulturellen Bereich. Insbesondere ist die Diskrepanz zwischen den geltenden Standards in Wirtschaft und Kultur nicht tragbar. Weiter betrachten wir mit großer Sorge die sich derzeit verschlechternden Vertragsstandards und die fehlende Solidarität gegenüber den freischaffenden Kulturtreibenden, deren Existenznot das gesamte Kultursystem der Bundesrepublik gefährdet.

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Offener Brief

der GMD- und Chefdirigent*innenkonferenz e.V. zur aktuellen Situation der Opernhäuser und der Orchester in der Corona-Krise.

Sehr geehrte Frau Staatsministerin für Kultur und Medien Professor Monika Grütters,
sehr geehrte Ministerpräsident*innen,
sehr geehrte Vorsitzende des Kulturausschusses des Bundestages!

Die GMD- und Chefdirigentenkonferenz e.V. fordert klare Vorgaben für eine schrittweise Wiederaufnahme des Opern- und Konzertbetriebes in Übereinstimmung mit den derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen und den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts.

Nicht nur Baumärkte, Möbelhäuser und die Fussball-Bundesliga haben eine klare Perspektive und klare Regeln für einen Neuanfang verdient.

Wir sind uns der Risiken eines zeitigen Starts sehr bewusst – glauben jedoch, dass bei weiterer Ausdehnung der Schließungen ohne zeitliche Perspektive einer Lockerung der Spiel- und Probeverbote, das deutsche Musikleben und die weltweit einzigartige Stadttheaterlandschaft einen irreparablen Schaden nehmen wird.

Dieses einmalige Netzwerk aus öffentlich getragenen Musikinstitutionen und freiberuflichen oder privat organisierten Musiker*innen ist nicht nur ein wirtschaftlich bedeutender Zweig der Kreativwirtschaft, sondern auch ein unverzichtbares Kulturgut der bundesdeutschen Gesellschaft und somit systemrelevant. In diesem Zusammenhang unterstützen wir mit Nachdruck die Forderung der freischaffenden Musiker nach angemessener Hilfe.

In der jetzigen Situation sehen wir auch das Bemühen seit 2018 der Bundesrepublik Deutschland um die Aufnahme unserer Orchester- und Theaterlandschaft in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO als gefährdet.

Die weltweite Beeinträchtigung des Lebens und die Beschädigung der Kunst- und Kulturszene ruft uns dazu auf, mit Fantasie, Kreativität und Energie den Menschen gerade in diesen schwierigen Zeiten kulturelle Angebote in Oper und Konzert zu machen. Es versteht sich von selbst, dass dies verantwortungsvoll und sensibel im Einklang mit dem Schutz der Gesundheit der Musiker*innen, Sänger*innen und unseres Publikums geschieht. Wir befinden uns dazu im Gespräch mit der Arbeitsgruppe Gesundheit der Deutschen Orchestervereinigung (DOV).

Wahrscheinlich ist an reguläre Opernaufführungen und Konzerte, wie wir Sie gewohnt sind, noch länger nicht zu denken. Aber es gibt sicher eine Vielzahl alternativer Möglichkeiten für Live-Aufführungen selbst unter Corona-Bedingungen, wie konzertante Opernaufführungen – Open Air – oder Formen in speziellen Regie-Konzepten, die die notwendigen Abstandsregeln einhalten. Klein besetzte Werke, zum Beispiel aus dem Barock und der Klassik, stellen einen riesigen Fundus dar, bei denen Streicher*innen und Dirigent*innen mit Mundschutz arbeiten könnten, ein kleiner Chor und wenige Bläser auf der Bühne im notwendigen Abstand, eventuell mit Plexiglas–Wänden geschützt, agieren können. Für das Publikum kann man Regeln adaptieren, wie sie jetzt schon in anderen Lebensbereichen gelten und funktionieren.

Aber für solche und ähnliche Lösungsansätze braucht es jetzt dringend klare und belastbare Rahmenbedingungen und Vorgaben seitens der Politik bzw. der Gesundheitsämter. Die GMDs und Chefdirigent*innen und ihre Orchester stehen bereit sich einzubringen, um in engem Austausch mit Bühnenverein und der DOV auch neue kreative, überraschende und spannende Formate für unser Publikum, das uns vermisst, zu finden. Schon jetzt gibt es aus den Orchestern heraus unzählige Initiativen sichtbar zu bleiben, zu helfen und die Lebensnotwendigkeit zu Musizieren nach außen zu tragen und zu erhalten.

Wir sind der festen Überzeugung, dass unsere analoge Kunst, gerade in diesen Zeiten und in der wachsenden digitalen Welt einen steigenden Wert besitzt und ein wichtiger Bestandteil des Menschseins darstellt!

Mit freundlichen Grüßen,
der Vorstand der GMD- und Chefdirigentenkonferenz e.V.

Vorstand

Vorsitzender:
Prof. Marcus Bosch

Stellvertretende Vorsitzende:
Will Humburg
Mihkel Kütson
Marc Niemann
Eckehard Stier

Geschäftsführer

Eckehard Stier

Ehrenmitglieder

Prof. Dr. Peter Gülke
Prof. Dr. Hartmut Haenchen

Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft wurde 2014 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.


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